Santa Clara | Späte Touchdowns: Seahawks bezwingen Patriots in Super Bowl
American Football
Santa Clara (dpa) - Die Seattle Seahawks haben zum zweiten Mal in ihrer Geschichte den Super Bowl gewonnen und die New England Patriots deutlich bezwungen. Das favorisierte Team um Quarterback Sam Darnold setzte sich auch dank seiner starken Defensive in einem einseitigen Finale der National Football League mit 29:13 durch. Die Patriots - gemeinsam mit den Pittsburgh Steelers Super-Bowl-Rekordchampion - verpassten den angestrebten siebten Titel dagegen deutlich. Es wäre der erste Triumph seit dem Abschied von Superstar Tom Brady gewesen.
Die Fans aus Seattle feierten in Santa Clara die lang ersehnte Wiedergutmachung für die dramatische Niederlage vor elf Jahren, als die Seahawks 24:28 gegen die Patriots verloren hatten. Damals hatten die Seahawks sich in bester Position kurz vor Schluss einen entscheidenden Ballverlust erlaubt und den möglichen Sieg aus der Hand gegeben. Mit fünf verwandelten Field Goals wurde Kicker Jason Myers nun zum Schlüsselfaktor für Seattle und stellte einen Rekord für den Super Bowl auf.
Nach der stimmungsvollen Halbzeit-Show von Bad Bunny sorgten die zahlreichen Anhänger aus Seattle für Party-Stimmung im Levi`s Stadium etwa eine Stunde südlich von San Francisco. Auf der Tribüne verfolgten zahlreiche Superstars wie Leonardo DiCaprio, Roger Federer und Jay-Z die Partie.
Der Spielfilm - so lief die erste Halbzeit
Die Seahawks gingen direkt mit der ersten Angriffsserie in Führung, mussten sich dabei aber mit einem Field Goal von Myers zufriedengeben. Für die Patriots gab es im ersten Anlauf keine Punkte - das sollte in der von starken Abwehrreihen geprägten Begegnung den Ton setzen.
Das zweite Field Goal zur 6:0-Führung im zweiten Viertel war für Seattle daher eher ein Gewinn als eine vertane Chance, elf Sekunden vor der Pause erhöhten die Seahawks auf 9:0. Dies war kein gutes Omen für die Patriots: Noch nie hatte ein Team ohne eigene Punkte in der ersten Halbzeit den Super Bowl gewonnen - und es sollte dabei bleiben.
Die Entscheidung - das passierte in der zweiten Halbzeit
Nach der Pause zwang die Seahawks-Abwehr die Patriots schnell wieder vom Feld. Die Offensive aus Seattle arbeitete sich dank Runningback Kenneth Walker III über das Feld und ging durch das vierte Field Goal von Myers 12:0 in Führung. «Man merkt, dass die Luft raus ist bei den Patriots», analysierte Sebastian Vollmer, früherer Super-Bowl-Champion mit New England, als RTL-Experte.
Die restliche Hoffnung platzte dann mit dem ersten Ballverlust kurz vor Ende des dritten Viertels. Direkt im Anschluss machten die Seahawks früh im Schlussabschnitt den ersten Touchdown zur 19:0-Führung. Ein Flitzer sorgte für etwas Unruhe und musste von Ordnern zu Boden gebracht werden.
Der erste Touchdown für die Patriots zwölfeinhalb Minuten vor Schluss gab der Partie etwas Leben zurück, doch auch das 7:19 brachte nicht mehr die Wende. Stattdessen erlaubte sich New Englands Quarterback Drake Maye einen kapitalen Fehler, als er den Ball zu Seattle-Verteidiger Julian Love warf. Myers traf auch noch sein fünftes Field Goal. Die Seahawks-Abwehr belohnte sich schließlich noch selbst mit einem Touchdown, als Uchenna Nwosu einen abgefangenen Ball direkt in die Endzone trug. Der zweite Touchdown der Patriots sorgte kaum noch für Jubel im Stadion.
Der Moment - diese Szene bleibt in Erinnerung
Lange Zeit fehlten der Partie die Höhepunkte. Zehn Sekunden vor Ende des dritten Viertels erzwang die Abwehr der Seahawks aber den ersten Ballverlust. Derick Hall und Byron Murphy II klauten den Ball aus den Händen von Patriots-Spielmacher Maye. Fünf Spielzüge danach feierten die Seahawks den ersten Touchdown des Super Bowls und hatten den Anhängern der Patriots die Hoffnung auf ein Comeback geraubt.
Der Unterschiedsspieler - dieser Profi prägte den Super Bowl
Kenneth Walker III sorgte mit seinen Läufen lange für die wenigen Ahh- und Ohh-Momente der Partie. Der Runningback der Seattle Seahawks erarbeitete seinem Team die Vorteile, auf die Fans der Patriots vergeblich hofften. Bis zu 30 Yards holte er so auf einmal raus, immer wieder umkurvte er Gegenspieler und transportierte den Ball zusätzliche wenige Meter nach vorne - das machte in der Begegnung den Unterschied aus. Insgesamt lief Walker für 135 Yards.
Die Show - so war der Auftritt von Bad Bunny
Bad Bunny hielt sein Versprechen und sorgte für gute Laune und Stimmung - mit liebevoll choreografierten Szenen, einem beeindruckenden Bühnenaufbau und einer starken Botschaft ganz zum Schluss. «Kraftvoller als Hass ist nur Liebe», stand sinngemäß auf der großen Videowand im Levi`s Stadium, als der Sänger aus Puerto Rico und seine Tänzer mit Fahnen vieler Länder das Spielfeld verließen. Im Stadion tanzten viele Fans auf den Tribünen, die als Gäste auch Lady Gaga und Ricky Martin zu sehen bekommen hatten.
© dpa-infocom, dpa:260209-930-660675/1
weitere Nachrichten
Schlagzeilen
Lifestyle & Freizeit
Bonn | Hamstern mit System: Lebensmittelvorrat anlegen für Notfälle
Stars & Sternchen
Stockach | Karriereende? Was Schlagerstar Matthias Reim dazu sagt
Lokalnachrichten
Spenge: Dachstuhlbrand zerstört Zweifamilienhaus
Lokalnachrichten
Enger: Förderprogramm bringt neuen Hausarzt
Lokalnachrichten
Herford: Ice Dragons schlagen Leipzig 5:3, SVR verliert
Stars & Sternchen
Santa Clara | So nutzte die Filmwelt den Super Bowl als Werbebühne
Stars & Sternchen
Santa Clara | So nutzte die Filmwelt den Super Bowl als Werbebühne
Lifestyle & Freizeit
Mönchengladbach | «Die Frau ohne Gesicht» - das Erbe von Kult-Ermittler Thiel
Lifestyle & Freizeit