Oslo | Fall Epstein: Ermittlungen gegen Norwegens Ex-Regierungschef
Korruptionsverdacht
Oslo (dpa) - In Norwegen wird nach den neuesten Veröffentlichungen im Fall Epstein gegen den Ex-Ministerpräsidenten und früheren Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, ermittelt. Der Norweger wird der schweren Korruption verdächtigt, wie die Nachrichtenagentur NTB berichtete. «Wir sind der Ansicht, dass es hinreichende Gründe für Ermittlungen gibt», sagte der Chef der norwegischen Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität, Pål K. Lønseth, demnach.
Die Ermittlungen sollen klären, ob Jagland während seiner Amtszeit als Generalsekretär Geschenke, Reisen und Kredite angenommen hat. Das implizieren laut NTB Informationen aus den Akten rund um den Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Die Dokumente sollen zeigen, dass Jagland zwischen 2016 und 2018 mehrfach Kontakt mit dem US-Geschäftsmann hatte. In diesem Zeitraum war der Norweger sowohl Generalsekretär des Europarates als auch Mitglied des norwegischen Nobelkomitees. Von 2009 bis 2015 war er dessen Vorsitzender.
Geplanter Familienurlaub auf Epsteins Insel?
Norwegischen Medien zufolge sollen sich Epstein und Jagland über Immobilienkäufe ausgetauscht haben. Außerdem habe Jagland einen Urlaub mit seiner Familie auf Epsteins Insel geplant, der aber nicht zustande gekommen sei.
Als Ex-Generalsekretär des Europarates genießt Jagland Immunität. In Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen ihn hat die Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität das norwegische Außenministerium gebeten, die Initiative zu ergreifen, um diese aufzuheben. «Es ist wichtig, dass dieser Fall aufgeklärt wird», sagte Außenminister Espen Barth Eide laut NTB. «Dem darf Jaglands Immunität nicht im Weg stehen. Deshalb habe ich entschieden, dass Norwegen dem Ministerkomitee des Europarates einen Vorschlag vorlegen wird, um Jaglands Immunität aufzuheben.»
Die neuesten Epstein-Veröffentlichungen haben neben Jagland noch mehrere andere Norweger in Bedrängnis gebracht. Die norwegische Kronprinzessin Mette-Maritich etwa steht seitdem unter großem Druck: Sie soll über Jahre private Mails mit dem verurteilten Sexualstraftäter ausgetauscht haben.
© dpa-infocom, dpa:260206-930-650385/1
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