Berlin | Sonys LinkBuds Clip sind die Ohrstöpsel zum Mithören
Angeschaut und ausprobiert
Berlin (dpa/tmn) - Sonys neue LinkBuds Clip sind vielleicht nicht die Ohrstöpsel mit dem besten Klang auf dieser Welt. Und ihr Kasterl könnte man leicht mit der Verpackung eines Verlobungsrings verwechseln. Doch die Clips für die Ohrmuschel machen eine Sache richtig gut: Man hat seinen eigenen Sound im Ohr und kann trotzdem am Leben teilnehmen.
Wie Motorolas Moto Buds Loop bestehen auch die LinkBuds (199 Euro UVP) aus einer Kugel, einem flexiblen Steg und einem Kästchen mit Akku und Funktechnik drin. Die Kugel kommt ins Ohr, das Kästchen hinter die Ohrmuschel. Sieht zunächst ungewohnt aus, lässt sich aber ist aber ziemlich bequem an den Tester-Ohren anbringen.
Das Ohr bleibt offen für den Klang der Welt
Das Konzept dieser offenen Kopfhörer: Der Sound kommt nicht direkt in den Gehörgang, sondern wird in die Ohrmuschel gespielt - und wird damit einfach dominanter Vordergrund der allgemeinen Geräuschkulisse.
Der Vorteil: Man bleibt dabei und bekommt trotzdem den Sound der Umgebung mit. Das ist auf der Straße praktisch, da man aufmerksam bleiben kann und nicht so leicht von plötzlichen Ereignissen überrascht wird. Auch im Büro ist das sinnvoll, da man sich nicht komplett akustisch von der Umgebung isoliert. Die Laufzeit liegt bei vier bis neun Stunden, je nach Nutzung. Das Kästchen hat Strom für bis zu vier zusätzliche Ladungen.
Man kann die Buds einfach via Bluetooth mit dem Android- oder iOS-Smartphone koppeln. Dann entgeht einem aber eine Fülle an Einstellungsmöglichkeiten wie Equalizer, Soundmodi und Verbindung mit mehreren Geräten. Das bekommt man mit der Sound Connect-App. Ein Blick in die Datenschutzbedingungen lohnt allerdings, je nach gewähltem Grad der personalisierten Dienste werden da etliche persönliche Daten um die Welt geschickt.
In der App lassen sich Modi einstellen wie:
- Standard: Musik und Podcasts hören, Telefongespräche führen, so wie man das erwartet.
- Sprachverstärkung: Hier werden Stimmen verstärkt, besonders praktisch für laute Umgebungen.
- Reduzierter Klangverlust: Die Abstrahlung nach außen wird reduziert, die Umgebung bekommt weniger mit, was die LinkBuds in die Ohrmuschel tönen.
- Hintergrundmodus: Der ist wirklich stark. Musik und Podcasts erklingen so, als würden sie nicht in die Ohren gespielt. Tatsächlich klingt es, als wäre man etwa in einem Café und der Klang unaufdringlicher Teil der Kulisse. Drei Einstellungen sind möglich - vom kleinen Raum über das Wohnzimmer bis zum Café.
- Außerdem Klangoptimierungen und räumlicher Sound.
Gesteuert werden die LinkBuds im Alltag über das Antippen des flexiblen Verbindungsteils. Das erfordert ein wenig Studium der Tipp-Abfolgen. Denn nicht nur die Mediensteuerung ist möglich, auch die Lautstärke und andere Dinge lassen sich per Tipper steuern. In der App kann man das auch konfigurieren.
Mindestens gut genug - überraschend stark beim Musikhören
Der Sound ist insgesamt nicht so bombastisch, wie man das von geschlossenen Ohrstöpseln wie Airpods oder Sonys eigenen WH1000-MX6 kennt. Aber er ist tatsächlich meistens gut genug, oftmals sogar richtig gut.
Beispiel Telefonie: Hier soll KI in Verbindung mit mehreren Mikrofonen für gute Sprachqualität sorgen. Das klappt subjektiv okay, beeindruckt aber auch nach Softwareupdate nicht. Viel besser ist es beim Musikhören. Hier glänzen die LinkBuds mit schönem Klang und für die Bauart überraschend gutem Bass.
Durch die vielen Einstellungsmöglichkeiten tun sich die LinkBuds bei Podcasts und als Headset für Computer im Office hervor. Und der Hintergrundmodus ist subjektiv eine echte Bereicherung.
Was kann man Negatives sagen? Wenig. Wer große Ohren hat, stößt bei den LinkBuds an Grenzen, dann sitzen sie nicht fest. Im Vergleich zu Boses bequemen Ultra Open Buds oder den Moto Buds Loop sitzen sie deutlich spürbarer im Tester-Ohr. Noch nicht unangenehm, aber man merkt - da ist was.
Die vielen Einstellungsmöglichkeiten sind ein Plus
Fazit: Noise Canceling steht nicht im Lastenheft für neue Ohrstöpsel? Gut, weil so was können solche offenen Modelle nicht. Sie kombinieren aber sehr gut ordentlichen Klang mit akustischer Teilhabe am Leben. Ein interessantes Konzept, von Sony mit vielen Konfigurationsmöglichkeiten und chicem Design in vier Farben umgesetzt.
Ähnliche Modelle gibt es nicht nur von Motorola, sondern etwa auch von Anker oder Bose, meist etwas günstiger. Wer Sony und das Design mag und die guten Einstellungsmöglichkeiten der App schätzt, kann bedenkenlos zugreifen. Und wer ein wenig wartet, kann mit fallenden Preisen oder Angeboten rechnen.
© dpa-infocom, dpa:260308-930-788329/1
Franziska Gabbert/dpa-tmn | Liegt eher vor dem Gehörgang als darin. Deswegen bekommt man noch richtig viel von der Umgebung mit.
Nico Tapia/dpa-tmn | Nicht allein auf dem Markt: Motorolas Moto Buds Loop sind von ähnlicher Bauart wie Sonys LinkBuds.
Franziska Gabbert/dpa-tmn | Die Mediensteuerung erfolgt über Fingertipper auf den Verbindungssteg zwischen den beiden Teilen der LinkBuds Clip.
Franziska Gabbert/dpa-tmn | Kleines Kasterl mit Battrie drin. In dieser quadratischen Packung werden die LinkBuds gelagert und geladen.
Franziska Gabbert/dpa-tmn | «Willst du mich...» - das Design der Dose könnte manch einen an den eigenen Heiratsantrag erinnern.
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