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Das sagt die Ärztin

Dr. Haifa El Matri ist Internistin. Für sie ist die Darmspiegelung die sicherste Art der Vorsorge - denn Polypen, die später Krebs werden könnten, können direkt entfernt werden. Und auch wenn die Untersuchung nicht die Lieblingsbeschäftigung der Patientinnen und Patienten ist - Profis sagen: Sicher ist sicher!

Wer sollte zur Darmkrebsvorsorge gehen - auch wenn er unter den empfohlenen 50 Jahren alt ist?

“Patienten sollten zur Darmkrebsvorsorge oder zur Darmspiegelung gehen, wenn sie Beschwerden haben. Wenn sie Blut im Stuhl haben, wenn sie unerklärliche Bauchschmerzen haben, wenn sie Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung haben, neu aufgetretene Blähungen, starke Blähungen, übel riechende Stuhlgänge, wenn sie Beschwerden haben, die sie nicht kennen. Weil jetzt, wenn ich heute beim Chinesenessen und morgen ein bisschen Durchfall habe, das ist noch okay. Dafür muss ich nicht zur Darmkrebsvorsorge gehen oder zur Darmspiegelung gehen.”

Gibt es bei der Darmkrebsvorsorge eine Alternative zur Darmspiegelung?

“Nein, man kann auch einen Stuhltest machen. Man sucht Blut im Stuhl. Das Problem von dem Stuhltest ist, dass er nicht sicher ist. Und wenn der Stuhltest positiv ist, muss man trotzdem zur Darmspiegelung gehen."

Wie halte ich meinen Darm im Alltag fit?

“Der Darm ist unser zweites Gehirn. Die meisten Nervenzellen sind im Darm und wenn man gestresst ist, ist der Darm automatisch ein bisschen mitgestresst und die Nervenzellen im Darm sind ein bisschen gereizt. Und im Darm sind auch ganz, ganz viele Bakterien. Wir haben eine Bevölkerung im Darm und die müssen wir auch gut füttern, diese Bevölkerung. Und das heißt ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend schlafen, ausreichend trinken, sich ein bisschen bewegen, wenig Alkohol, wenig Fleisch, nicht rauchen.”

Vegan, paleo, vegetarisch etc. - welche ist die beste Ernährungsform?

"Damit man gesund bleibt, muss man ein bisschen auf seinem Körper hören. Das ist extrem wichtig. Hauptsache, kommt man nicht in Mängel. Wenn man sich vegetarisch ernährt und einen schweren Eisenmangel hat, bringt es nichts.  Eisen braucht die Zelle, um zu arbeiten. Das Wichtigste ist, etwas zu essen, was einem gut tut. Ein bisschen von allem, alles in Maßen. Wenig Zucker, viel Gemüse, wenig Obst. Die Regelung, fünf Obst und Gemüse am Tag. Und dann kann jeder entscheiden, warum er diese Ernährung ausgewählt hat."

Einige Patienten haben das Gefühl, dass Schulmediziner gegen ganzheitliche Ansätze arbeiten und andersherum: Hat da jemand mehr Recht als der andere?

"Es ist schwierig. Es gibt bestimmte Erkrankungen oder Syndrome, die eigentlich noch nicht beschrieben werden in der Medizin. Zum Beispiel das Leaky-Gut-Syndrom. Das Leaky-Gut-Syndrom ist eine durchlässige Darmschleimhaut. Es gibt noch keine richtige Leitlinie und dadurch keine richtigen klaren Empfehlungen. Aber wir wissen, das Ernährungsmediziner, Ernährungstherapeuten und mittlerweile wir auch, Internisten oder ganzheitliche Mediziner, wir empfehlen natürlich eine Therapie dafür. Das ist ein ganzheitliches Konzept. Aber das Leaky-Gut, manche Ärzte sagen, so etwas gibt es nicht. Aber ich glaube schon, dass viele Patienten mit der Ernährungsumstellung um diese Aminosäure geholfen werden können."

Nahrungsergänzungsmittel werden überall als Heilmittel beworben: Sind sie eine gute Idee?

“Wenn jemand wirklich sagt, okay, das hat gute Punkte, gute Bewertungen, würde ich damit zum Facharzt gehen, zu meinem Hausarzt gehen und einmal nachfragen. Nahrungsergänzungsmittel einfach so zu nehmen, würde ich niemals empfehlen. Es gibt die Regelung, messen, essen, messen. Vielleicht brauche ich das gar nicht. Das ist Geld und das brauche ich nicht. Mit dem Darm, ja, ich nehme eine Darmkur, aber vielleicht habe ich doch ganz viele Polypen im Darm. Deswegen doch erstmal schulmedizinisch alles ausschließen, alles abklären. Dann kann man vielleicht, wenn man wirklich darauf besteht, diese Sachen, diese Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.”

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