Bad Belzig | Nach Hymnen-Eklat: Heino gibt Solidaritäts-Konzert
Auftritt in Brandenburg
Bad Belzig (dpa) - Nach einem Streit um die erste Strophe des Deutschlandliedes gibt Schlagersänger Heino (87) am Abend ein Konzert aus Solidarität mit einem Feuerwehrmann aus Brandenburg. Hintergrund des Auftritts im Kurort Bad Belzig (19.00 Uhr) ist ein Eklat um das Abspielen der historisch belasteten Liedzeilen bei der Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport im vergangenen August.
Ein Feuerwehrmann aus Bad Belzig wurde deshalb vom Feuerwehrverband geschasst. Heino hält das für übertrieben und schiebt bei seiner Tournee mit dem Titel «Made in Germany» das Zusatzkonzert ein.
Feuerwehrmann weist Verdacht der Rechtslastigkeit zurück
Die umstrittene Aufnahme, die bei den Feuerwehr-Meisterschaften in Torgau in Sachsen erklang, stammt von dem Schlag- und Volksmusikstar mit der Sonnenbrille. Heino hatte die Version mit allen drei Strophen in den 70er Jahren aufgenommen - auf Bitten des baden-württembergischen Ministerpräsidenten und einstigen NS-Marinerichters Hans Filbinger (CDU), wie der Künstler betont hatte.
Der Feuerwehr-Wettkampfrichter Richard Münder hatte die Gesangsversion auf Youtube als ersten Treffer gefunden und für die Eröffnung der Meisterschaft heruntergeladen, wie er erzählte. Nach dem Fehlgriff fühlt er sich zu Unrecht durch die Sanktionen des Feuerwehrverbandes diskreditiert. «Man hat versucht, mir einen Rechtsextremismus-Stempel aufzudrücken», sagte Münder. Einen solchen Verdacht weist er von sich.
Hymne mit dunkler Vergangenheit
Das «Lied der Deutschen» wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1841 gedichtet. Allerdings wurde es von den Nationalsozialisten propagandistisch missbraucht für ihren Großmachtanspruch nach außen. 1952 hatte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) auf Bitten von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) zugestimmt, einen Teil des Deutschlandliedes als Nationalhymne anzuerkennen. Diese besteht aus der dritten Strophe mit den Worten «Einigkeit und Recht und Freiheit». Die anderen Strophen sind allerdings nicht verboten.
Heino will zweite Chance für Feuerwehrmann
Heino distanzierte sich stets von Kritik, rechts zu stehen. «Warum soll ich rechts sein, nur weil ich Volkslieder singe?», sagte er in der ersten Folge der TV-Dokumentation «Heino - Karamba, Karacho, Kult!». Der Sänger hatte sich im Bundestagswahlkampf für die CDU starkgemacht.
«Ich finde es auch nicht gut, dass diese Version gespielt wurde», schrieb Heino nach dem Eklat bei den Feuerwehrsportlern im August 2025 auf Instagram. Aber seiner Meinung nach sollte der Feuerwehrmann eine zweite Chance bekommen.
Zum Heino-Zusatzkonzert in Bad Belzig werden nun zahlreiche Feuerwehrleute erwartet. Am Ende seiner Konzerte singt Heino stets die Nationalhymne, also die dritte Strophe des Deutschlandliedes. Bekannt ist der Schlagersänger für Lieder wie «Blau blüht der Enzian», «La Montanara» oder «Treue Bergvagabunden».
Initiative lädt zu Party «Knallbunt ist die Haselnuss»
Das Heino-Konzert begeistert nicht alle in dem 11.000-Einwohner-Städtchen: Parallel veranstaltet eine Initiative am Abend eine Musikparty für Vielfalt und offene Gesellschaft mit dem Titel «Knallbunt ist die Haselnuss» - in Anlehnung an das Heino-Lied «Schwarzbraun ist die Haselnuss».
© dpa-infocom, dpa:260328-930-878323/1
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